11 August 2006

Lästiges Ungeziefer wie Pendlerblog

"Wie wird man eigentlich so lästiges Ungeziefer wie Pendlerblog los, wenn man ein Unternehmen wie 20 Minuten führt?"

Mit dieser Frage habe ich mich heute beschäftigt. Auslöser dafür war der äusserst interessante Beitrag von Blog-PR-Experte Daniel Jörg von der PR-Agentur Peter Bütikofer, auf den ich zufällig gestossen bin. Der Beitrag ist leider schon fast zwei Wochen alt.

Es geht darin um den sechstägigen Pendlerkrieg. Regelmässige Pendlerblog-Leser erinnern sich: 20 Minuten hat während sechs Tagen sämtliche Linkanfragen von Pendlerblog auf die Süddeutsche Zeitung umgeleitet und hat uns damit, wahrscheinlich ungewollt, zu grosser Aufmerksamkeit verholfen.

Daniel Jörg hat ein paar nützliche Tipps von Robert Scoble zusammengetragen, die einen sinnvolleren Umgang mit Kritik aus der Blogosphäre ermöglichen:
What did I tell Nestle when someone asked “how do you start?”
-Listen. Listen. Listen. Er. Technorati. Technorati. Technorati.
-Link to your enemies. It takes away their karmic power.
-I told Quixtar to link to everyone who says that Quixtar sucks. There are QUITE A FEW!

Why do that? Well, it takes away our power to poke at your negative spots if you openly admit them. That turns throwing rocks through your front window into a boring exercise.
Das bedeutet: Ein aus der Blogsphäre kritisiertes Unternehmen tut gut daran, auf seine Kritiker zu hören, sie anzulinken und zu seinen Fehlern zu stehen. Dies erhöht die Glaubwürdigkeit und macht die kleinliche Herumnörgelei der Blogger langweilig.

Eine Lektion die Konkurrentin "heute" viel besser verstanden hat. Während der Pendlerblog-liest-"heute"-Woche hat "heute" in nur vier Tagen zweimal (1, 2) von der Webseite auf uns gelinkt, hat in der Printausgabe über die Projektwoche berichtet und unsere Anregung und Kritik direkt in die Zeitung einfliessen lassen.

Ausschnitt aus der Abendzeitung heute vom 3. August, 2006.

Zum Vergleich: 20 Minuten hat uns in den letzten 18 Monaten lediglich einmal gezwungenermassen erwähnt und uns einmal unbeabsichtigt reinrutschen lassen. Auch wenn ich mir kein Urteil darüber erlaube, welche der beiden Zeitungen mir besser gefällt, kann ich festhalten, dass "heute"einen deutlich souveräneren Umgang mit Kritik pflegt.

Bezugnehmend auf PR-Experte Jörg würde ich der PR-Abteilung von 20 Minuten folgende Tipps geben, wie sie mit Blog-Ungziefer wie dem Pendlerblog umgehen kann:
  • Linken Sie auf www.pendlerblog.blogspot.com
  • Stehen Sie zu Ihren Fehlern
  • Korrigieren Sie Ihre Fehler
  • Binden Sie den Pendlerblog-RSS-Feed in Ihre Website ein (Gegen eine kleine Lizenz-Gebühr versteht sich)
  • Senden Sie uns den vorverfassten Versöhnungsbrief
  • Beantworten Sie unsere Mailanfragen (bsp 1, 2,...)
Sie werden sich wundern, wie schnell wir keine Lust mehr haben werden. Falls Ihnen diese Tipps nicht reichen, bin ich überzeugt, dass Ihnen PR-Experte Daniel Jörg gerne weiterhilft.

1 Kommentare:

Am 15 August, 2006 22:59 meint Blogger Stormy B. Ants ...

Wie war, wie war. Dann hör ich sofort auf. Bloss: jetzt hab ich grad erst angefangen, und die ersten drei Tage sind immer die schwersten. Sagt man. Nachher soll's sogar Spass machen.

Werd' ich wohl oder übel den Blick lesen müssen.

 

Kommentar veröffentlichen

<< Startseite