11 März 2006

Wer zahlt, befiehlt

Kennen Sie den Klein Report? Das ist eine ganz feine Sache. Täglich informiert er uns per Email-Newsletter über das Geschehen in der Schweizer Medienbranche. Nur die besten der besten Top-JournalistInnen dürfen beim Klein-Report Beiträge schreiben und beweisen, dass sie etwas vom Handwerk verstehen. Im heutigen Newsletter kommt zum ersten Mal der Pendlerblog zu Ehren:

"Schimpf und Schande auf das «abscheussliche Schundblatt»

Wer irgendwelche Frusts über die Pendlerzeitung «20 Minuten» loswerden will, konnte dies bisher auf dem Pendlerblog tun. Da wurden jeweils die aktuellen Ausgaben der Zeitung aus dem Tamedia-Verlag durchgehechelt, und jede(r) kann sich so viel schlauer vorkommen als die dummen Journis. Doch es gibt auch die Pendlerblog-Hasser, denen die Betreiber des Pendlerblogs nicht faul eine zweite Seite zur Verfügung gestellt haben: «Hund Basil und unmündiger Leser» nennen sie sich da und präsentieren einen Watchblog, wo am Freitag beispielsweise ein Eintrag auf das «abscheussliche Schundblatt» namens «20 Minuten» eindrosch. Und ein anderer warf die Frage auf, ob «eine Zeitung scheisse sein» dürfe, «nur weil sie kostenlos erhältlich ist». Und so weiter im munteren Text. Da fragt sich nicht nur Martin Hitz vom Weblog Medienspiegel: «Ob`s demnächst wohl auch noch einen Watchblog des Watchblogs des Watchblogs gibt?» - Keine Antworten aber viele Fragen auf diesen Seiten:
http://pendlerblog.blogspot.com,
http://hundbasilundunmuendigeleserwatchblog.blogspot.com und
http://www.medienspiegel.ch "


Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich das richtig verstanden habe. Aber ich habe den Eindruck, der/die Top-JournalistIn des Klein Reports macht sich in diesem Beitrag in verachtendem Unterton über den Pendlerblog lustig und empört sich über unsere «munteren Texte». Empfinde das nur ich so, oder auch Sie?

Abgesehen davon, dass es der/die Top-JournalistIn geschafft hat, in diesem kurzen Absatz 3 (in Worten: drei) inhaltliche Fehler unterzubringen, fragen wir uns: Wieso macht sich der der/die Top-JournalistIn in ihrem verachtenden Unterton über uns lustig und empört sich über unsere «munteren Texte»?

Die Lösung liegt zwischen zwei Beiträgen etwas weiter oben im Newsletter:

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A N Z E I G E

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5 Kommentare:

Am 11 März, 2006 13:02 meint Anonymous Anonym ...

Seit wann arbeiten bei 20 Minuten Journalisten? Ist 20 Minuten eine Zeitung? Leute, die behaupten, man dürfe keine Ansprüche an 20Minuten stellen, haben natürlich völlig recht. Das Argument mit dem Preis ist aber keins, weil Geld verdienen auch Zeitungen fast keines über die Verkäufe.

Womit wir beim Punkt wären: 20Minuten ist ein Anzeigenblatt, durch Presseagenturmeldungen angereichert. Diese sind meist schlecht redigiert und gekürzt, oft werden Fehler eingefügt.

Die sogenannt redaktionellen Eigenbeiträge sind entweder gut versteckte Werbungen (siehe hier) oder berichten von der hippen Partyszene oder von der prominenten Person XY.

Hat das irgendwas mit Journalismus zu tun? Nach dieser Definition wäre ja jeder der mehr als zwei Wörter aneinanderreiht ein Journalist, also zum Beispiel auch ich. Oder jeder andere Blogger. Einem seriösen, ausgebildeten bzw. erfahrenen Journalisten müsste sich bei dieser Definition ja der Magen umdrehen.

Klar auch die Leute welche die Güselsäcke einsammeln, sind vom Tiefbauamt angestellt (übrigens nichts gegen diesen Job oder die fleissigen Leute, die ihn ausführen), ich würde sie trotzdem nicht als Ingenieure bezeichnen.

 
Am 11 März, 2006 20:26 meint Anonymous Anonym ...

Ein schönes Statement. 20-Min-Redakteure bezeichnen sich selber nicht als Journalisten. Nur der Klein Report nennt sie "Journis".

 
Am 13 März, 2006 00:05 meint Blogger faulmurf ...

Also wenn ich kleinreport.ch eintippse, dann seh ich neben ein paar mehr oder minder interessanten Meldungen, welche die Schweizer Kommunikationsbranche interessieren sollten, vor allem links unten Werbung für 20-Minuten. Offenbar hält man unter den Gratis-Infolieferanten zusammen. Der Kleinreport erscheint laut Eigenwerbung "täglich und kostenlos".

 
Am 13 März, 2006 16:21 meint Anonymous Sandro ...

Lustig ist auch, dass weder Frau Klein von ihrem Report noch 20min von ihren "News von grad jetzt" einen RSS Feed anbieten... Sogar die alte Tante NZZ hat mittlerweile festgestellt, dass RSS Nutzer öfter vorbeischauen als Gelegenheitsbesucher... :-)

Naja, zum Glück ist der Pendlerblog den beiden da einen Schritt voraus.

 
Am 24 März, 2006 11:19 meint Anonymous Anonym ...

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ZiischdigsClub vom 28. März 2006, 19.30 Uhr mit Ursula Klein

Der KleinReport ist ein kleiner, wendiger Mediendienst, kostenlos, täglich erscheinend und gut dokumentiert. Man findet darin latest news aus Print, elektronischen Medien, Marketing und Werbung, aber auch wenn das alternative Berner Radio RaBe sein 10-jähriges Bestehen feiert, wird darüber im KleinReport berichtet. Hinter dem KleinReport, der seine Büros an der Kleinstrasse im Zürcher Seefeld hat, steht Ursula Klein. Über sich und über ihr Unternehmen wird sie am ZiischdigsClub vom 28. März im Restaurant Cooperativo sprechen.
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