06 Dezember 2005

Kernkompetenzen

Ich möchte gerne ein anschauliches Beispiel geben, an welchem man die Stärken und Schwächen von 20 Minuten gut erkennen kann: Der Online-Artikel über Kampfhunde

Neben der Kernkompetenz der kommerzielle Verwertung von Tragödien beherrscht die 20-Minuten-Redaktion auch die sehr gute Auswahl an Bildern. Die Methoden dazu sind zwar schon länger bekannt, dennoch habe ich noch nie ein so lebendiges Bild von Kampfhunden gesehen wie im 20 Minuten. Kompliment!Am Samichlaustag wird aber auch auf die Schwächen hingewiesen: 20 Minuten hat (im Gegensatz zum Pendlerblog, wie in unzähligen Kommentaren erkannt wurde) keine fähige Studenten, die auch mal komplizierte Statistiken dem Otto Normalleser schmackhaft erklären können.
Es wird ja wohl niemand (ausser uns zähen Pendlerbloggern) den Artikel nach der folgenden, wunderbaren Passage zu Ende gelesen haben:
Bei einem Anteil von 2,1 Prozent an der Gesamtpopulation verursachen Rottweiler laut der Untersuchung von Horisberger für 6,7 Prozent aller Bisswunden. Pitbulls sind bei einem Anteil von 0,2 Prozent für 1,2 Prozent aller Bissunfälle verantwortlich. Damit sind kommen diese Hunderassen auf Platz 1 und 3 bei den bissigen Hunden.

Als Phil-I-Oberassistent muss ich ausserdem die Grafik zurückweisen, die daneben für Erklärung sorgen sollte: Die Beschriftung der Achsen fehlt.
Fehlende Achsenbeschriftungen sind bekanntlich ein Zeichen dafür, dass man den abgebildeten Sachverhalt gar nicht verstanden hat. Wer mit solchen hingewürgten Arbeiten aber doch zu einem Uniabschluss kommen sollte, der muss den Traum auf eine steile Karriere bei 20 Minuten nicht begraben.

15 Kommentare:

Am 06 Dezember, 2005 16:23 meint Anonymous Anonym ...

Wenn man genauer hinsieht, sagt uns die Grafik aber auch, dass in Zukunft jeder zweite maennliche Autofahrer mit einer Warze auf dem linken Hoden waehrend der Fahrt nach Schlieren von einem Pitbull ins rechte Ohrlaeppchen gebissen wird und dabei mit seinem Wagen in eine Schwulenbar rast.

 
Am 06 Dezember, 2005 16:30 meint Anonymous Anonym ...

aso ohne jetzt fan zu sein, muss man sagen, dass blick.ch selbiges bild vom pitbull mit dem offenen rachen (oben rechts) ebenfalls verwendet hat...

 
Am 06 Dezember, 2005 16:37 meint Anonymous Anonym ...

der Blick schreibt auch Sachen wie: "die Wut im Volk wächst"..

 
Am 06 Dezember, 2005 16:40 meint Anonymous Anonym ...

"Eine amerikanische Untersuchung kam zudem zum Schluss, dass Rottweiler und Pitbulls für zwei Drittel aller Unfälle mit Todesfolge verantwortlich sind."

Hä, auch für Autounfälle??

 
Am 06 Dezember, 2005 18:13 meint Anonymous Anonym ...

Du bist voll Phil-I-Oberassistent? Wow!

 
Am 06 Dezember, 2005 18:16 meint Blogger Griesgram ...

Wenn das so weitergeht, sind in 5 Jahren 140% aller Schweizer Hunde Kampfhunde.

 
Am 06 Dezember, 2005 18:29 meint Blogger Griesgram ...

Was mir hingegen einleuchtet:

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Setzt man den Anteil einer bestimmten Rasse mit dem Anteil der Bisshäufigkeit in Verbindung, kann man einen Gefährlichkeitsquotienten ermitteln. Sowohl die Zahlen von Horisberger als auch Gobat zeigen Pitbulls und Rottweiler auf Platz 1 und 3 (siehe nebenstehende Grafiken). Der zweite Platz der Bernhardiner erklärt durch die Rettungstätigkeit dieser Hunde und weniger durch ihre Agressivität.
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Man weiss ja nachgerade, dass ein Rettungshund nach dem Motto "erst beissen, dann retten" handelt. Oder sind diese Bernhardiner einfach ständig besoffen?

 
Am 06 Dezember, 2005 18:55 meint Anonymous Anonym ...

Naja, Bernhardiner sind Niedlich und ausserdem eine reine schweizer Hunderasse (glaub ich jedenfalls).

 
Am 06 Dezember, 2005 18:56 meint Blogger Der unmündige Leser ...

Hoi Hund Basil. Wenn du Oberassistent wärst und ich Professor, dann würd ich dir jetzt auf der Stelle ein eigenes Büro geben.

 
Am 06 Dezember, 2005 19:03 meint Blogger Griesgram ...

Die Printausgabe (S.24) sagt uns zum Glück, was wir tun müssen, wenn wir einem beisswütigen Rettungshund begegnen:
"Still stehen, nicht in die Augen sehen."
Zum Glück lässt sich das in Umständen, in denen man einen Rettungshund braucht (also wenn man zum Beispiel ohnmächtig in einer Lawine oder unter einem eingestürzten Haus liegt) relativ leicht bewerkstelligen.

 
Am 07 Dezember, 2005 13:58 meint Anonymous Anonym ...

Boah ey. Oberassi, was? Schlaues Kerlchen, in dem Fall, und das gehört natürlich auch betont. Stellst Du Deine scharfsinnigen akademischen Betrachtungen denn währen der mit Steuergeldern entlöhnten Arbeitszeit an?

ein (leider gnadenlos unterlegener) litz fill I

 
Am 07 Dezember, 2005 14:34 meint Blogger Der unmündige Leser ...

Und nicht nur das. Manchmal wirft Hund Basil ganz viel Steuergeld in eine Blechtone, zündet es an, tanzt im Kreis und singt dazu a-uga-aga uga-aga.

 
Am 08 Dezember, 2005 21:03 meint Blogger Hund Basil ...

"Unterlegen"? Kann schon sein. Aber wieso denn "gnadenlos"? A-uga-aga uga-aga.

 
Am 08 Februar, 2007 11:05 meint Anonymous Anonym ...

Allen Rottweiler- und Pitbullfans sei gesagt, dass sie sich bitteschön mal so ein durch diese Hunde zerfetztes Kind ansehen sollten. Der Kampfhundekult treibt schon seltsame Blüten, wird doch von einigen Leutchen das Leben so einer Kampftöle höher bewertet als das eines Menschen. Pfui.

 
Am 24 Juli, 2008 09:55 meint Anonymous Helena ...

Ausgerechnet hier fehlt der Spam-Beitrag dieser Hundezuechterliste IHZL...

 

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