20 September 2005

Von Haien und Kokosnüssen

Heute im Auslandsteil:

Gordon Pratley (Anmerkung für die Online-Redaktoren von 20 Minuten: so schreibt er sich übrigens richtig, das ist auch für die Bildlegende wichtig und man kann es in den diversen englischsprachigen Blättern nachlesen, aus deren Onlineausgaben diese Meldung vermutlich abgeschrieben wurde) und seine Freundin Louise Woodger werden beim Tauchgang tatsächlich von ihrem Boot abgetrieben...

Jeder der schon mal ein Tauchmagazin in den Händen hatte oder sogar mal einen Boottauchgang auf dem Meer gemacht hat und die teilweise haarsträubenden Zustände auf den Touristenpötten kennengelernt hat, weiss, dass das leider so mehr oder weniger regelmässig vorkommt. Schliesslich können sich die Tauchguides ja nicht jeden Touristen merken, den sie in ihrer Geschäftsgier durchs Wasser schleppen. Dass gerade in Australien die X-tausend Tauchamateure die Riffs zerstören und die Natur schädigen, weil es A) zuvie
le sind und B) sie nicht mit ihrer Tauchausrüstung umgehen können sei nur am Rande erwähnt...

Dass man aber eine Riesenstory in der meistgelesenen Schweizer Zeitung über ein englisches Päärchen lesen muss, nur weil die beiden ein paar Stunden länger als vorgesehen im Wasser trieben und dabei in HAIVERSEUCHTEN Gewässern von GENAU EINEM HAI umrundet worden sind, der dazu noch ziemlich genau 240 Zentimeter lang war, das Ganze noch vermischt mit einer Portion "Weisser Hai"-Atmosphäre und "Open Water"-Szenerie, das ist echt zuviel.

Apropos "Open Water"... Irgendwie auch passend, dass ausgerechnet jetzt, wo ein Film in den Kinos ist, der genau diese Thematik behandelt, diese Story so hochgepusht wird... Zufall? Wer wissen will, wie genau die Story zum Film passt, der kann sie hier nachlesen: http://outnow.ch/Movies/2004/OpenWater/

So sieht das dann im Film aus:

Sensationsgeile nichtssagende Berichte wie dieser tragen nicht gerade dazu bei, dass der Mensch einen vernünftigen Umgang mit diesen Tieren lernt, von denen viele Arten bereits vom Aussterben bedroht sind.

Wer zur Abwechslung wal was Informatives lesen möchte, dem ist http://www.hai.ch wärmstens zu empfehlen...

Übrigens: Hier 2 interessante Tatsachen...

  • Es werden wesentlich mehr Menschen von Kokosnüssen erschlagen, als weltweit von Haien gebissen.

  • Allein in New York werden jährlich 10 mal mehr Menschen von Menschen gebissen als weltweit von Haien.

  • Ach ja, der obligate Link zum 20-Min-Knaller des Tages: http://www.20min.ch/tools/suchen/story/31431106

    6 Kommentare:

    Am 20 September, 2005 20:38 meint Blogger Hund Basil ...

    Ich geh nie wieder nach New York

     
    Am 20 September, 2005 20:52 meint Blogger The Angry Frog ...

    ...ja, und ich kauf mir nimmermehr ne Kokosnuss... die Scheissdinger erschlagen dich...

     
    Am 20 September, 2005 21:19 meint Blogger Hund Basil ...

    Ich lösche übrigens nur englischsprachige Spam-Kommentare. Nichts anderes.

     
    Am 21 September, 2005 09:27 meint Anonymous noserider ...

    Mensch, das war jetzt aber ein peinlicher Beitrag.
    Tierschutz über alles! Ich lach mich kaputt. Schreibst Du auch Gedichte für den Musenalp Express? Hihihi. Ausserdem mein Bester: Open Water ist mittlerweile sogar auf DVD vergriffen.
    Und zum Zmittag gibts jetzt grad ein leckeres Haifisch-Schtiiik. Die haben nämlich keine lästigen Gräte, da sie zur Gattung der geschützten Knorpelfische gehören.

     
    Am 21 September, 2005 11:18 meint Blogger The Angry Frog ...

    Sali Noserider,

    jagst du dir deine Haifische selber, oder kaufst du sie abgepackt in Büchsen im Online-Shop von 20 Minuten?

     
    Am 21 September, 2005 12:54 meint Blogger Der unmündige Leser ...

    Ich hoffe, dass in New York keine Kokosnüsse wachsen.

     

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